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Liebste Lady Gaga,

Zu erst einmal: Danke für alles.

Dann: Dieses Wochenende ist gaaaaanz schlecht.

Das Schreiben einer Seminararbeit belastet mich emotional und zwingt mich zu gesellschaftlich nicht geadelten Verhaltensweisen (Fressattacken, Weinkrämpfe, Hassanfälle und der erfolglose Versuch, einem Spanner auf einer Universitätsbibliothekstoilette eine Falle zu stellen). Kurzum ich bin schrecklich genervt und deprimiert und hatte eigentlich gehofft, dass du, werte Gaga, mir aus diesem Loch helfen wirst. Ich habe deiner neuen CD The Fame Monster sehr entgegengefiebert, nicht, weil ich sie von Anfang an als bloße Ablenkung bzgl. Hausarbeit gesehen habe, sondern weil du, Gaga, es geschafft hast, den Fan ihn mir zu wecken. Das hat zwei Gründe: Zum einen bist du fantastisch und zum zweiten hältst du uns mit neuem Material nicht ewig hin. Das ist fantastisch. Und oh! Ich habe mich in Bad Romance verliebt!

Und jetzt das! Mehr lesen »

Kein Tag ohne Abenteuer!

Ich lebe eigentlich ein sehr beschauliches Leben, aber ab und an platzt ein unvorhergesehenes Ereignis in meinen harmonischen Tagesablauf und wirbelt ihn ordentlich durcheinander. Zum Beispiel heute. Ich hatte mir einen Uhrring (oder eine Ringuhr???) in Amerika bestellt und wartete schon seit einiger Zeit darauf. Ich zweifelte schon, ob er/sie es jemals über den großen Teich schaffen würden, doch dann flatterte heute morgen eine kleine Abenteuereinladung in mein Nest: eine Vorladung zum Zoll.

Nun ja. Tapfer wie ich bin schulterte ich meine Siebensachen, zog meine Wanderstiefel an und stieg auf mein edles Ross namens S-Bahn. Ich bin schließlich Studentin. Das heißt, ich habe zwar genug Geld, um mir Blingbling aus Amerika zu bestellen, aber nicht genug, um mir ein Auto zu kaufen. Und Zölle, Landratsämter etc. befinden sich ja gerne mal außerhalb.

Und so ritt ich durch die finstere Nacht, durch Sturm und Hagel, Schnee und Sandsturm, bekämpfte Drachen und Trolle, rettete Jungfrauen und Einhörner, ruderte durch tiefe Furten und überquerte Bergpässe, holte mir eine Raucherlunge in einem LKW-verseuchten Industriegebiet und ging beinahe an Hunger und Durst zugrunde. Doch dann hatte ich es geschafft: Vor mir hob sich das einschüchternde Zollgebäude empor. Ich schluckte einmal ordentlich Spucke und Brötchenkrümel runter und betrat das Koloss aus Design und Behindertenfreundlichkeit. Ich irrte durch ein Labyrinth aus Gängen, beleuchtet durch jammernde Funzeln, und schließlich stand ich vor ihm, dem furchteinflößenden Zollbeamten. Ich, ganz alleine, bewaffnet nur mit einer Handvoll Papiere, in doppelter Ausführung, von denen ich nicht wusste, ob sie stark genug sein würden, um mir das Leben zu retten. Ich setzte deshalb auf eine Verwirrstrategie und schmiss dem Zollbeamten einfach mal alles hin, was ich hatte. Und siehe da! Er ergab sich und erhob seinen fetten schuppigen Arsch von meinem Schatzzzzzz.

Ring

So, jetzt aber mal ganz nüchtern (inwiefern man von Nüchternheit reden kann; wir reden von einem völlig unnötigen Konsumgut, dass ich in einem Fall tiefer Kaufrauschbewusstlosigkeit erstanden habe). Oben sehen wir eine Ringuhr oder einen Uhrring von Melody Ehsani, in Weiß, für läppische 25 Öcken und ein paar Zerquetschte dank des fantastischen Wechselkurses! Ich war ja erst etwas skeptisch, weil ich noch nie etwas in Amerika bestellt habe, aber siehe da! Alles ist gut gegangen, Paypal ist prima und die Uhr/ der Ring passt perfekt! Das eigentliche Ringding, was man um den Finger hat, ist wie ein Uhrenarmband und dehnbar. Da kann dann auch nichts schief gehen.

Und wie soll ich sagen? Nun bin ich originell, modisch, toll, fantastisch etc. und habe keine Ausrede mehr, meine Hände und Nägel nicht zu pflegen. Scheiße!

Dear Melody Ehsani,

If you read this: Thank you. Amazing! Brilliant! Awesome! Fantastic! Wonderful! Marvellous! Lovely!

The End.

(Christ on a bike! My vocabulary is really limited!)

Mit Ohrwürmern ist das ja eigentlich so, dass sie zumeist dann auftauchen, wenn man sie am wenigsten braucht (in den frühen Morgenstunden nach einer nichterholsamen Nacht auf der langweiligen Arbeit) und dass es auch meistens Songs sind, die man am wenigsten braucht. Es gibt nichts nicht-erbaulicheres als ein urtrauriger Song, dessen allertränenverseuchteste Stelle stetig im Öhrchen dauerloopt.

Heute früh habe ich einen Song im Ohr gehabt, der erstens aus diesem Rahmen fällt, zweitens von einer bemerkenswerten Sängerin stammt und drittens wunderbar ist. Day will soon come von der fantastischen Anjulie hat alles, was ein Ohrwurm braucht: Musikwie eine leichte Sommerbrise, eine Melodie wie Klettverschluss und diesen gewissen melancholischen Touch. Gleichzeitig ist das Lied aber auch sehr fröhlich und mutmachend, ergo es ist einer der dankbarsten Gehörmaden, die man überhaupt haben kann. Es hat mir heute den Tag gerettet. Et voilà!

Okay, ich muss es zugeben. Es führt kein Weg daran vorbei. Es ist zu offensichtlich. Manchmal geht es eben schnell. Ich bin schon wieder verliebt – musikalisch gesehen. Und schon wieder aus England. Wenn’s ein Junge wäre, würde er Nikes tragen. Manche Muster bekommt man eben nie aus dem Gehirn (Siehe: Amy Winehouse, Siobhan Donaghy, etc.)

Die neue Entdeckung heißt Alice Russell und das dazugehörige Album My favourite letters. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich gestern im Internet herumsurfte, dann verlor ich vorübergehend das Bewusstsein und dann war ich stolze Besitzerin des Albums. Wenig später liebte ich es. Es klingt ein wenig wie Amy Winehouse Prä-Back to Black, was dann entsprechend die Frank-Ära wäre, falls die jemand kennt (bzw. eigentlich sollte die jeder kennen. Frank ist ein fucking classic!). Also, Amy Winehouse Prä-Back to Black minus Salaam Remi plus mehr Experimentierfreude. Plus blondere Haare plus weniger Selbstzerstörung. Plus sehr viel Hörerliebe. Solche Platten findet man a) nur zufällig und b) viel zu selten…

Ich empfehle, diese Frau zu lieben.

Yay! Die Frau mit den zwei Vornamen hat nicht zu viel versprochen! Das Mixtape ist klasse. Es enthält letztendlich zwar weniger Songs als erwartet und dazwischen viel Blabla, aber die Songs, die drauf sind, klingen überaus vielversprechend.

  • Give it to me right in der Live-Version ist fantastisch.
  • Das Heartless-Cover von Kanye West ist ja schon im Original nicht zu verachten, aber mit einer Frauenstimme – in drei Silben: Fan-tas-tisch!
  • Monday Morning ist ruhiger, melodiöser Soul, bei dem die Stimme mal so richtig kehren darf
  • Somebody come get me – fantastischer Text, fantastische Melodie, fantastischer Reggaeeinschlag
  • Cupid ist hingegen eher Geschmackssache. Ruhiger Retrosoul, den man mag oder nicht

Erwähnte ich schon, dass ich das Mixtape fantastisch finde? Und dass ich ein bisschen verzaubert bin? Und dass ich gar nicht erwarten kann, bis Mitte August The Bridge im Laden steht?

Ich bin – musikalisch gesehen – verliebt. Sehr sogar, wenn ich ehrlich bin. In eine junge Dame namens Marina and the Diamonds, über die ich bereits berichtet habe, weil sie den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Ich kann nur empfehlen, ihre Myspaceseite zu besuchen, denn sie hat dort noch viele weitere wunderbare Songs hochgeladen. Und Fotos, die beweisen, dass sie einen ähnlich durchgeknallten Kleidungsstil wie Solange Knowles hat und dabei häufig wie die Königin der Unsterblichen höchstpersönlich aussieht.

Das Schöne ist, dass sie irgendwie anders klingt. Manchmal schreibt sie ein bisschen wie Amy Winehouse, manchmal klingt sie wie ein bisschen wie die Scissor Sisters (siehe Mowgli’s Road) und dann wiederum klingt sie wie Tori Amos zu Under the Pink-Zeiten. Das Beispiel folgt unten. Ich empfehle das Durchhören bis zu dem Klavierbreak, bei dem sie „princess“ auf „pretty dress“ reimt. Ist der nicht einfach nur so wunderbar Tori?

P.S.: Welt! Beschere mir endlich Marinas The Crown Jewels EP!

Ich und mein Notebook – wir sind seit vier Jahren ein unschlagbares Paar. Wir lieben uns sehr. Macces macht mir keinen Ärger und ich behandle ihn gut, doch vor nicht allzu langer Zeit mussten wir feststellen, dass wahre Liebe in dieser schnelllebigen Gesellschaft nicht angesagt ist. Wir wurden mit der Tatsache konfrontiert, dass wir etwas, naja, vintage sind.

Indiz 1: Beim Kauf der Office-Suite IWork 09 (sehr zu empfehlen; Windows kann einpacken) erfüllten wir gerade noch die Systemanforderungen. Bei der nächsten Suite plumpsen wir hinten runter und werden an unseren alten Programmen ersticken.

Indiz 2: Beim Durchforsten der Apple-Website mussten wir feststellen, dass im September das neue Betriebssystem Snow Leopard auf den Markt kommt. Dann sind wir zwei Betriebssysteme im Rückstand. Und natürlich haben wir nicht die Systemanforderungen, um aufzurüsten.

Indiz 3: Eigentlich hasse ich Notebooktaschen. Es gibt nichts Hässlicheres als Menschen, die mit langweiligen schwarzen kastenförmigen Schultertaschen – na gut. Ich verbessere mich. Es ist so, dass Schultertaschen prinzipiell langweilig sind, also können wir einfach sagen: Es gibt nichts Hässlicheres als Menschen, die mit schwarzen kastenförmigen Schultertaschen durch die Gegend rennen. Da wirkt man sofort wesentlich inkompetenter, unmodern, altbacken, steif und prüde. Nun fand ich aber heraus, dass es schicke Neoprenanzügchen für Notebooks gibt, die mit dem Schultertaschenschreck rein gar nichts gemein haben. Wollte ich natürlich sofort haben. ABER: Niemand (d.h. drei Läden, davon ein Gravis-Store) hatte diese Neoprenanzüge in unserer Größe. Mit 12-Inch sind wir so vintage, dass wir eigentlich gar nicht mehr existieren. Wobei ich einschieben muss, dass ich extra nachgeschaut habe: Es gibt Netbooks (das sind die modernen, kleinen – für die Ignoranten unter uns), die sind auch so zwergig. Ergo: Wer hat’s erfunden? Ihr Ficker! Ich hatte schon ein Netbook, bevor die Welt überhaupt wusste, dass es diese Begrifflichkeit eines Tages geben wird! Und mein Netbook ist auch weiß und leicht und schön sowieso! Und es ist nicht von Windows!!!

Zusammengefasst lässt sich sagen: Wir sind offiziell zurückgeblieben. Keine Programme, keine Betriebssysteme, noch nicht mal Neoprenanzüge! Ich glaube, wir wandern nach Maui aus, wo auf solche Oberflächlichkeiten kein Wert gelegt wird. Dort werden wir in Ruhe und Frieden bis an unser Lebensende leben! Tschüß!

Liebe Ciara, liebe Beyoncé, liebe andere Langeweiler. Ich habe einen Vorschlag zu machen. Warum überlasst ihr das mit den Videos nicht einfach den Skandinaven? Und die Musik vielleicht auch?

Unten sehen wir zwei audiovisuelle Leckerbissen einer jungen dänisch-äthiopischen Sängerin namens Ayoe Angelica, deren Album I’m amazed die Bewertung im Titel vorweg nimmt. Ich bin kein großer Jazzfan, aber die Missus schafft es, das Genre mit modernen Klängen, urbanem Einschlag, einer tollen Stimme und herausragenden Texten so anzureichern, dass auch ich nicht anders konnte, als mich vom Fleck weg zu verlieben. Dabei wollte ich das Album erst gar nicht kaufen. Aber weil Kaufen ja so viel Spaß macht, habe ich es dann doch getan. Hat nicht geschadet.

Ganz ehrlich? Man muss auch mal Prioritäten setzen. Ab heute höre ich nur noch Lieder mit Getränkewerbungsseufzern!

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Anna Reynolds!

Bra my way ist es mehr als wert, etwas Nächstenliebe für deutsche Ausnahmekünstler zu zeigen. Man muss sich das so vorstellen: Eine gute Portion Genie und Wahnsinn, tolle deutsche Texte, ein wenig Rock, ein wenig Rap, viel Electro, ne ordentliche Portion Soul und eine tolle Sängerin mit Persönlichkeit. Dann ungefähr kommt man bei Bra my way raus und doch irgendwie nicht. Diese EP ist zu eklektisch, um sie richtig einordnen zu können und genau deshalb läuft die Neobiota Suite bei mir auf Dauerrotation. Weil das nämlich alles sehr erfrischend ist. Und aus Deutschland kommt. Möchte man nicht glauben, muss man aber dann doch wider Willen. Und seien wir ehrlich: 5,04 Öcken bei Amazon (in Worten: Fünf Euro Vier), die kann man gerade noch erübrigen! Dafür kriegt man sechs Lieder, die sehr abwechslungsreich sind und alle ein bewundernswert hohes Niveau haben. 

In diesem Sinne: Kaufen. Ich bitte darum.