Freunde, wir leben in einer hektischen, entzauberten Welt. Um diesen Umstand zu feiern sollten wir uns einen Moment Zeit nehmen und über folgendes Szenario nachdenken:

Was macht Alicia Keys in ihrer Freizeit?

Geht sie jeden Abend auf Partys? Nein. Hat sie wilden Sex? Nein. Spielt sie Paintball? Nein. Was dann? Spielt sie wenigstens Mensch-ärgere-dich-nicht gegen sich selbst? Nein.

Ich habe keinen Beweis dafür, aber ich glaube ja, dass sie nach getaner Arbeit in ihr schickes New Yorker Penthouse geht, das natürlich riesig groß ist, Holzfußboden und eine moderne Küche hat, aber ansonsten nur ein paar Bilder an der Wand. Auf Möbel hat die gute Frau verzichtet, denn das einzige Möbelstück, dass sie zum Atmen braucht, ist ihr Klavier. Das steht dann mitten im Raum, vor der großen Fensterfront mit Blick auf die Skyline.

Also, Alicia kommt in die Wohnung. Alles ist still. Sogar der Kuckuck in der Schwarzwälder Kuckucksuhr verhält sich ruhig, denn er weiß, was jetzt kommt. Wir hören Schritte. Wir hören, wie ein Klavierdeckel hochgeklappt wird. Im Raum herrscht eine Atmosphäre freudiger Erwartung. Weder Hass noch schlechte Laune haben Platz in Alicias Loft. Hier schweben nur positive Energien herum, zwischen all den Atomkügelchen Ruhe und einem Hauch Vanilje von Alicias Lieblingsduftkerzen.

Und dann. Stille. Zuerst Stille. Dann schneidet plötzlich eine engelsgleiche, glockenhelle Pianomelodie durch den Raum, pflanzt sich fort, bis sie durch das ganze Loft rotiert, immer im Kreis herum, und sucht sich dann einen Weg unter Türritzen und Fensterabdichtungen hindurch. Die lieblichen Klänge wehen ins Treppenhaus und in den Himmel von New York und für einen Moment steht die Welt still und alle Menschen atmen erleichtert durch, weil sich Alicias Noten zärtlich um die Seelen der Menschen schmiegen.

Und da sag noch mal einer, es gibt keine Magie mehr auf der Welt! Dabei beweist Miss Alicia Keys seit drei Alben, dass es sie gibt. Und ja, ich glaube wirklich, dass Alicia Keys in ihrer Freizeit nichts anderes macht als Klavier zu spielen und so wunderbar Balsam-artige Songs zu schreiben wie Doesn’t mean anything, die erste Single vom hoffentlich bald erscheinenden neuen Album. Ich habe den Song als Youtubeclip unten hingehängt und außerdem noch einen anderen Link hinzugeklebt (falls das Video unter myteriösen Umständen verschwinden sollte), um ein bisschen Magie ins graue Deutschland zu bringen. Hach… Ich bin plötzlich so friedlich.

Eine Unze Magie


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