Tagesarchiv: Juli 23rd, 2009

Ich habe gerade eine freundliche Email von einem mir unbekannten Menschen bekommen. Er unterbreitete mir folgendes „Stellenangebot“:

Wir bieten Ihnen an:

• flexible Arbeitszeit;
• Arbeitstag 1-2 Stunden;
• hohes Einkommen.

Diese Arbeit verlangt keine spezielle Ausbildung und keine Geldanlagen. Sie können diesen Job mit Ihrer Hauptarbeit vereinbaren.

Sie sollen das Geld auf Ihr Konto bekommen, bares Geld abheben und uns per eine der Systemen der Bargeldüberweisungen Western Union oder Money Gram anweisen (Filialen Western Union und Money Gram gibt es in jeder Stadt). Ihre Provision wird 20% von der Geldüberweisung ausmachen, die Provision bekommen Sie, sobald das Geld auf Ihrem Konto ist. Die Summe, die Sie verdienen können, hängt nur von Ihnen ab. Je mehr Sie Geldüberweisungen bekommen und uns anweisen, desto höher ist Ihr Einkommen. Z. B. Wir überweisen Ihnen 6000 Euro, Ihre Provision wird 1200 Euro ausmachen. Von Ihnen ist nur Arbeitswille, Verantwortlichkeit, Bankkonto gefragt.

Wie alles ablaufen wird:

• Wir telefonieren mit Ihnen und vereinbaren im Voraus die Zeit, wann Sie die Arbeit erledigen können;
• Dann kommt auf Ihr Konto von unserem Agent die Geldüberweisung ein;
• Sie heben bares Geld ab;
• Sie ziehen aus der Summe der Geldüberweisung Ihre Provision 20% ab;
• Die restliche Summe überweisen Sie per Western Union oder Money Gram (die Gebühren für Western Union und Money Gram bezahlt unsere Firma);
• Sobald Sie uns das Geld per Western Union oder Money Gram anweisen, vereinbaren wir den Tag und die Zeit der nächsten Überweisung, darum können Sie diesen Job mit Ihrer Hauptarbeit vereinbaren.

Das klingt ja jetzt an und für sich schon echt vernünftig und ich mag auch den Zusatz, der weiter unten in der E-Mail steht und besagt „Sie haben kein Risiko betrogen zu sein.“, aber das Procedere gefällt mir nicht. Ich  meine, kann ich das Geld vielleicht zusammenrollen, in Kondome stecken, runterschlucken und dann über die Grenze in das „System“ des mysteriösen Arbeitgebers bringen??? Fänd ich persönlich angenehmer mit meiner Hauptarbeit zu verbinden.

Ich habe irgendwo aufgeschnappt, dass thematische Blogs besser ankommen als ziellos-bohemische wie meiner. Das wundert mich nicht, suchen wir doch gerne im Internet nach Informationen und Rat und bei mir findet man ja eher Unsinn aus aller Herren Gehirnecken. Darum hab ich mir, nach genau 209 Posts, so mal meine Gedanken gemacht und bin zu folgenden Ergebnissen gekommen:

  • Plump, aber immer effektiv: Ich könnte mehr über Sex schreiben. Also hauptsächlich über Sex schreiben. Und Nacktbilder hochladen. Toller Plan. Er scheitert daran, dass meine Unterwäsche festgeklebt ist.
  • Ich könnte eine Reise machen. Nun habe ich aber leider Verpflichtungen, denen ich nachgehen muss, und nicht genug Kohle, um mich von diesen freizukaufen. Immerhin bin ich ständig zu Fuß unterwegs (Knauserigkeit wegen man spart ja voll, wenn man kein Ticket kauft). Dadurch „reise“ ich schon mal länger als jemand, der mit dem Auto fährt. Ich sollte mehr Fotos von der Nürnberger Stadt machen. Ich wette, nach dem tausendsten Bild der Straßenbahnhaltestelle Wöhrder Wiese wird’s langweilig.
  • Ich könnte aber auch einfach mehr Zug fahren und die verfallenen Gebäude fotografieren, die jeder Bahnhof zu haben scheint. Toll! Dummer Nebeneffekt: Jeder wird denken, dass ich über Fünfzig und Mitglied in einem Eisenbahnclub bin.
  • Ich könnte über Langeweile referieren. Ich bin mir sicher, dass wird (für andere) nicht so schnell langweilig, denn ich langweile mich sehr viel und dementsprechend gibt es auch sehr viel zu erzählen.
  • Ich könnte über Mode bloggen und mich als, hm, „Fashionista“ bezeichnen! Wie originell! Da das schon jeder macht, könnte ich vielleicht über Hundemode bloggen. An meiner Wohnung laufen schließlich genug Köter vorbei. Oder ich könnte ein Start-Up gründen und Nierenwärmer für Katzen stricken und dann von meinem Struggle berichten. Wow!
  • Ich schreibe über das Leben meiner imaginären Jerseykuh Jessy mit den großen braunen Augen und der sanften Stirnlocke. Jessy ist toll. Sie hat ihr Nest neben meiner Kochnische und muht immer zur Begrüßung, wenn ich wiederkomme. Sie hat auch eine wichtige Funktion in meinem Leben, denn immer wenn ich vor einer schweren Entscheidung stehe, gehe ich  mit Jessy in den Park und wir spielen eine abgewandelte Form des Bullenscheißens. Je nachdem, in welches Quadrat der Haufen dann fällt (Leobettwäsche, pinkfarbene-Bettwäsche-mit-Punkten, Zebrahandtücher, an-Unicef-Spenden), –  und jetzt ist mir der geeignete Satzanschluss verloren gegangen. Aber das Prinzip ist klar: Kuh scheißt, Kuh entscheidet. Das in den Darm ge-outsource-te Bauchgefühl, das macht mir so schnell keiner nach!

Und weil’s so viel Spaß macht, herumzubasteln: Hier eine tolle Umfrage (schlechtes Design, tolle Gimmicks!):

Also, falls jemand was zuviel hat, ne, her damit! Ich brauche es. Siehe Eintrag unten drunter!

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H&M hat einen neuen Katalog mit Einrichtungsgegenständen (auf Neudeutsch: Home) herausgebracht. Erst war ich versucht, ihn zu ignorieren wie auch den letzten Einrichtungskatalog, weil der scheiße war, aber dann…

… musste ich feststellen, dass es dort pinkfarbene Bettwäsche mit weißen Tupfen gibt. HEEEEEEIIIIIßßßßß!

… und Leo-Bettwäsche! Oh mein Gott! Oh mein Gott! Habenwill!

Und Zebrahandtücher! Kreisch!

Man bringe mir Geld! Schnell!