Folgender wunderbarer Text ist nichts und niemandem gewidmet, jedenfalls niemand Bestimmten. Er ist eine fiktive Rückschau auf viele falsche Erlebnisse in meinem bisherigen Leben und ich wiederhole: Er richtet sich an niemanden Bestimmtes.  Ich hoffe trotzdem, dass er sein Ziel finden wird. Denkt drüber nach!

Nehmen wir es auseinander wie ein altes Radio. Du redest viel, vor allem viel Bockmist. Du hat zu allem etwas zu sagen, besonders, wenn deine Sätze mit „Ich“ anfangen. Du bist redegewandt, lustig, humorvoll, ein Quell der Freude. Du kennst so viele Menschen und mit jedem einzelnen kannst du ein Gespräch anfangen. Ich vermute, du gehörst zu der Sparte Menschen, die mit jedem können. Das sagt man jedenfalls. „Man“ bedeutet in diesem Fall all die Leute, die nicht da sind, wenn der Vorhang gefallen und die Lichter erloschen sind. Das ist der Moment, wo das Kaninchen aus dem Hut des Zauberers springt, mit dem dezenten Unterschied, dass du Kaninchen eher wie der misshandelte Rest eines Tierversuchs aussieht. Was geht dir durch den Kopf, wenn du hinter dem Rücken der Leute, mit denen du dich vor fünf Minuten noch lieblichst unterhalten hast, auf den Boden spuckst wie ein betrunkener Matrose auf Landgang? Hast du dir schon mal überlegt, wie die Anwesenden, die deinen Spuckebatzen im gedimmten Licht glitzern sehen, über dich denken? Wie dein Verwandlung vom Soziophilen zum Soziopathen auf sie wirkt? Lästern verbindet, ich weiß. Lästern ist dein Mittel, um weitere Motten an dein Licht zu locken, in Gespräche zu verstricken, ihnen deine Wunderbarkeit, deine Redegewandtheit, deinen Humor reinzudrücken und die Kehle runterzuschieben. Und wenn die Motten dann vor lauter ums Licht flattern ermattet auf den Boden fallen und ohmmächtig mit ihren Flügeln zucken, dann spuckst du neben sie und das ganze Spiel fängt von vorne an.

Ich bin mir nicht sicher, ob es dir klar ist. Die Art, wie du dich gibst, dieses Spucken, wenn wir nicht schauen – sie hinterlässt nicht den Eindruck, den du hinterlassen möchtest. Jedes Mal, wenn du deine kleinen Spitzen abschießt, gelbgrünen Schleim aus deinem Mund katapultierst oder eine ohnmächtige Motte zertrittst, bekommt dein wunderbarer Glanz einen schwarzen Fleck. Willst du wissen, wieviel von deinem Glanz mittlerweile noch übrig ist? Hast du geglaubt, du kommst damit davon? Hast du gedacht, wir würden dein Benehmen einfach so schlucken, Blender? Vergiss es. Mehr lesen »

Frauen,

der Mann mit dem Schokocape geht um! Gut. Jetzt haben wir endlich jemanden, den wir schlagen können, wenn wir mal wieder zu viele Kalorien in Form von Kakaomasse, Zucker und Milch ( = Schokolade) zu uns nehmen. Danke, Kellogs! Ich weiß, eure Intention war es eigentlich Kinder zu erschrecken, aber das einzige Erschreckende am propagierten Cerealienprodukt ist der schlechte Geschmack. Trotzdem: Danke. Wir Erwachsenen können eine Menge mit dem Schokocapemann anfangen. Zum Beispiel hassen.

06112009051

Aaaaah! Ja, ich muss ehrlich sein: Ich schaue die Kacke immer noch und ich amüsiere mich prächtig dabei. Das einzige Dumme dabei ist, dass der Bildschirm meines neuen Notebooks zu gut ist. Während „Popstars“ auf dem alten heißgeliebten iBook immer eine gewisse nostalgische, weiche Unschärfe hatte, sind die Bilder jetzt gestochen scharf und zwar so gestochen scharf, dass sie aussehen, wie mit der Handkamera abgefilmt. Das wiederum erinnert mich an das schlechte RTL-Nachmittagsprogramm, dass ich bei meiner Schwester und ihrer mickrigen Programmauswahl immer schauen muss. Wo dicke Frauen noch dickere Kinder schlagen und sowas. Jetzt fühle ich mich noch schäbiger, wenn ich meine Lieblingsdokusoap gucke, weil jetzt einfach sowas von gar kein Qualitätsfernsehen mehr darin zu erkennen ist… Man könnte kotzen!

Aber darüber wollte ich gar nicht reden. Eigentlich geht es ja um die diesjährige Lieblingsvokabel von „Popstars“. Ich hatte ja eigentlich erwartet, dass das ewige „seinen Weg machen“ auch dieses Mal wieder eine wichtige Rolle spielen würde, aber ich habe mich getäuscht. Das passiert, auch den besten. Wozu ich mich natürlich zähle.

Und nun, Kumpanen, werde ich die Flasche Sekt entkorken und das Bettlaken von der diesjährigen Vokabel reißen. Es ist:

abliefern!!!!!

Tah-dah! Was hat sich D!, der in Deutschland war, um schnell zehn Jahre zu altern, dabei eigentlich gedacht, als er dieses Wort „abgeliefert“ hat? Überlegen wir doch mal, wo der Ursprung dieses Wortes liegt: Richtig, im Transportwesen. UPS liefert zum Beispiel ab. DHL, Hermes, TNT, Pferdekutschen und haste nich jesehen. Und jetzt überlegen wir mal, was das übertragen auf Popstars bedeutet? Vermutlich nichts. Natürlich bin ich mich sehr wohl darüber bewusst, dass der geliebte D! hier das englische „to deliver“ vergewaltigt, aber man kann nun mal auch nicht jede englische Sprachbesonderheit ins Deutsche übersetzen. Es klingt halt auch mal scheiße, zum Beispiel in diesem Fall. Denn da wird nichts abgeliefert. Nichts Materielles, wie das im Fall der Postdienste so ist. Aber auch sonst nichts, wenn wir ehrlich sind. Was ist das? Gesang? Tanz? Das ist gar nichts… Ich und meine gute Freundin M. wären eine bessere Band, wenn wir Referate im Duett vortragen würden…

Fazit: Die Verfasserin hat mal wieder viel geredet und ist dabei nicht auf den Punkt gekommen. Was lernen wir daraus für ihre zukünftigen Referate? x_X

Freunde der Sonne,

Heute ist Halloween. Halloween ist offiziell kein Feiertag, aber das hindert die Welt nicht daran, ihn als solchen zu zelebrieren. Erlauben wir uns nun, um genau 17:00 Uhr (Mitteleuropäische Zeit), einen Blick in die nahe Zukunft des Abends zu werfen und zu schauen, was die Welt so macht:

  • Junge Menschen unter 16: Sie ziehen durch die Gegend und versuchen, alte Menschen zu überreden, ihnen ihre Schokoladenvorräte aus der Vorkriegszeit zu geben. Hurra! Heute ist Schutzschokoerpressung legal! Wer übrigens nicht spurt (d.h. sich weigert, Schutzschoko zu zahlen), der wird bestraft. Wer darüber hinaus ein eigenes Haus mit Vorgarten, einem der Identität zuordbarem Auto etc. besitzt, hat übrigens verschissen. Attacken mit Eiern, Farben und Schleimzeug im Briefkasten sind möglich. Wer in einem großen anonymen Wohnblock wohnt hat höchstens eine Attacke auf den Briefkasten oder die Klingel zu befürchten. Zum Glück. Hier noch eine Warnung an die jungen Halloweengeister: Dass ihr von der Schokolade der alten Leute Bauchschmerzen bekommen werdet, wisst ihr selbst. Passt aber bitte auf, denn die Alten sind sehr gewieft. Sie schaffen es, meiner Erfahrung nach, in jedes unverfängliche Gespräch Sätze, die mit ihrem baldigen Ende oder dem Krieg zu tun haben, einzuflechten. Das kann unter Umständen zu Depressionen führen.
  • Junge Menschen ab 16 Jahren: Diese Sorte von Leuten macht das, was sie jedes Wochenende macht: Feiern, Trinken, zu schlechter Musik tanzen, sich merkwürdig ulkig benehmen. Gestern Abend war ich seit langem mal wieder Teil einer solchen Bewegung. Ich bin mir immer noch nicht darüber im Klaren, ob ein gutes Buch einen besseren Abend versprochen hätte. Was ich auch noch nicht herausgefunden habe: Wieso sinkt die Qualität der Musik, sobald der Alkoholpegel steigt? Und wer denkt an die Nüchternen (comme moi)? Und wieso existiert der Westerland-Type-of-DJ immer noch und stirbt nicht aus? Um zum Thema zurückzukommen: Für genannten Menschenschlag ist also alles fast so wie jedes Wochenende, aber eben nur FAST. Heute werden sie sich verkleiden. Die Männer werden versuchen, entweder möglichst bescheuert auszusehen, damit niemand ihnen ansieht, dass sie heimlich Spaß haben, oder möglichst blutig und brutal, um nicht aus ihrer Geschlechterrolle zu fallen. Die meisten Mädchen hingegen werden den heutigen Tag dazu missbrauchen, wild zu sein. Sie werden tiefe Ausschnitte tragen, betont erotische Kostümierungen annehmen und all das machen, was sie sich bei Tageslicht nie getrauen werden. Warum? Was ist so besonders an Abenden, dass man verruchter herumlaufen muss als bei Licht? Das ist mir noch nicht so ganz klar geworden. Ich sehe prinzipiell zu jeder Tageszeit perfekt aus, es sei denn, ich befinde mich in meiner Hood. Da kennt mich eh jeder und liebt mich nur für meine inneren Werte und nicht für mein Aussehen.
  • Mari: Hood ist ein gutes Stichwort. Little Me wird diesen bedeutungsschwangeren Abend im Nest verbringen, an einem Referat arbeiten, fest die Augen und Ohren zukneifen, falls nervende Halloweengeistchen vorbeikommen sollten, und dem Idle Warship-Mixtape lauschen, das ich doch jedem gerne ans Herzchen legen möchte. Alleine schon deswegen, weil die von mir überaus geschätzte Sängerin Res (um ihr kongeniales Album zu erwerben, klicken Sie bitte hier; Sie werden nicht enttäuscht sein. Diese Botschaft wurde auf Spam überprüft und als saubere musikästhetische Empfehlung erkannt) ein Teil des Trios ist. Und weil Talib Kweli einer der wenigen Rapper ist, bei denen auch hiphopunbedarftes Little Me ein Ziehen in den Beinen verspürt. Anders als zum Beispiel im Fall von Lil Wayne.
  • Mittelalte Menschen: Sie werden ihre Zeit damit verbringen, entweder ihre verkleidete Brut in Wohngebieten bei der Schutzschokoerpressung zu begleiten, damit die Straßengangs ihnen ihre Beute nicht abjagen. Oder sie werden bangen, dass ihre als Vampirnutten verkleideten Töchter auch ja heile, unschwanger und halbwegs nüchtern zur Sperrstunde wieder zu Hause sind. Oder sie werden sich Sorgen um die Blumen im Vorgarten und den Mercedes-Kombi machen. Oder sie verteilen Schokolade, deren Haltbarkeit noch nicht abgelaufen ist, an die kleine Kackbratzen der Nachbarn und tun dabei, als ob sie sie nicht kennen würden, obwohl sie noch genau wissen, dass Kevin diesen Sommer in die feingestutzte Hecke geschissen hat. Und dass Chantal den hauseigenen Sohn im Gartengeräteschuppen „was Feines“ gezeigt hat.
  • Alte Menschen: Sie werden, wie gesagt, erfreut Schutzschoko zahlen, weil die eigenen Enkel entweder weit weg wohnen oder gar nicht vorhanden sind. Während der Transaktion werden sie vergnügt und faltig lächeln, aber hinter dieser Maskerade lachen sie sich ins Fäustchen und weil sie gerissen sind wie der Teufel persönlich, versuchen sie alles, um Bemerkungen, die mit Tod und Krieg zu tun haben, in ihre Gespräche einzubinden und den kleinen Halloweengeistern Angst einzujagen.

Alles in allem wird es dieses Jahr ein wirklich wunderbares Halloween! Alle sind fröhlich und versorgt. Wie schön! So viel Harmonie! Man könnte kotzen!

 

Gerade habe ich mich in Facebook in eine Diskussion mit F. über Lady Gaga verstrickt. Sie konnte nicht glauben, dass ich tatsächlich Fan dieser Frau bin und schauen wir Wilma Wahrheit ins Auge: Ganz unrecht hat sie nicht. 24, intelligent, Sozialwissenschaftenstudium, ein ausgeprägtes Gespür für einen originellen Musikgeschmack (minus die komplette Sugababesdiskografie inklusive aller Soloalben der Exmitglieder) und stets das Zebra in der Herde Pferde. Und dennoch bin ich voll auf diese Frau hereingefallen? Warum? Weil sie das Glimmen einer echten Künstlerin in den Augenwinkeln hat. Wirklich? Oh ja!

Lasst mich meinen Hammer rausholen und ein paar Thesen an meinen Palast schlagen:

Wenn sie nicht erfolgreich wäre, wäre sie sehr beliebt bei der Elite.

Wie kriegt man einen total unbekannten „Newcomer“ in den Charts unter? Diese Frage ist vermutlich nicht so einfach zu beantworten, schon alleine deshalb nicht, weil die Massen launisch sind. Diese bittere Erfahrung mussten schon einige andere Künstler machen. Daraus lässt sich schließen, dass auch der Ersteintritt in die Charts mehr eine Glückssache ist, so sehr einige Plattenbosse auch versuchen, die Schicht Magic vom Chartseinstieg zu wischen. Fantasieren wir doch einmal, was passiert wäre, wenn Gaga die Mitgliedschaft in der Große Liste nicht bekommen hätte! Nun? Dann hätten wir eine Künstlerin mit Schirm, Charme und Melone, die singen kann, eine interessante Bühnenshow bietet und über Sex, Drugs und Rock‘n‘Roll singt. In Just Dance geht es um Drogen, in Pokerface und LoveGame um erotische Anziehung und in Paparazzi um Stalkerismus der besonderen Sorte – wenn die Gaga nicht in den Charts wäre, wäre sie mindestens ein Geheimtipp! Darauf wette ich! Mehr lesen »

Wie rettet man einen Tag, der droht, in einem Strudel grauen Lavaschlamms zu versinken, weil man ihn zwischen Wärmflasche, Teetasse und Bauchschmerzen verbringt? Das frage ich mich auch. Ich habe es mit einem Buch versucht, aber es war nach einer Weile nicht mehr richtig lustig.

Dann habe ich es mit dem Computer versucht. Das brachte auch erst keine richtige Befriedigung, doch dann stolperte ich mit dem Gesicht voran in das neue Video einer meiner Lieblingssängerin und – oh mein Gott! Marina, ich will ein Kind von dir! Es ist so fantastisch!

Was sehen wir?

  • Mehr Sexappeal als Shakira, die sich in einem würstchenfarbenen Leotard um ein paar Gitterstäbe schlängelt
  • Mehr Spaß, als wenn Justin Timberlake seinen tänzerischen Senf zu Single Ladies hinzugibt.
  • Eine wunderbare Kopie des tanzenden dreiblättrigen Kleeblatts, das vermutlich in Irland erfunden wurde, weil Gerüchten zufolge haben die Iren es ja mit Kleeblättern. Da trifft es sich gut, dass Miss Marina Diamonds aus Wales kommt. Das ist meines Wissens zwar nicht der direkte Nachbar von Irland, aber was die Popstarqualitäten angeht, haben beide einen ähnlich niedrigen Score. Es sei denn, man zählt Ronan Keating als Popstar.
  • Wenn wir ganz popfaschistisch sein wollen, dann fassen wir „Mowgli’s Road“ in visuell als Ironie auf sämtliche Dreitanz-Beyoncé-Videos auf. Oder auch nicht, denn seien wir mal ehrlich: Drei ist eine magische Zahl etc. Symmetrie mit Frontfrau etc.
  • Blaue Zieharmonikarme! Und Beine! Und Leiber! Entzückend! Großartig! Fantastisch!
  • Und das Lied – Josef, Maria, Jesus und der Rest der Belegschaft!

Fazit: So schön kann einfach sein. Bald auch in ihrem Bastelgeschäft!

(Oh Mann. Diese unschuldig-lasziven Bewegungen am Beginn des Filmchens reißen mich so mit, dass ich am liebsten den ganzen Tag in diesem Stil durch die Gegend laufen möchte. Wo ist das nächste Bastelgeschäft?)

Mein heutiger Beitrag zur Re-Vertikalisierung des Victory-Zeichens:

20102009048

Das war mein heutiger Beitrag zur Re-Vertikalisierung des Victory-Zeichens.

(Klasse, Mari!)

Als ich gestern um die Ecke einkaufen war, sah ich etwas so Blödes, dass ich am nächsten Tag noch mal hinmusste, um es zu kaufen.

Ich bitte nun darum, die Augen nach links zu wenden…

PA200916

Ein dunkler Keks („Mit viel Kakao!“) namens Othello. Wunderbar! Wir erinnern uns kollektiv an die schlimme Ackerei in der Kollegstufe zurück… *erinnererinnererinner* Jawohl, Othello war „dieser Schwarze“ aus Shakespeare, der Feldherr, der sich in Desdemona verliebte und – selbst die Unbelesenen können es erraten – diese Liebe endete tragisch. Hätten wir etwas anderes vom alten William erwartet?

Frage: Bin ich zu engstirnig, wenn ich diese „Othello“-Kekse (mit viel Kakao!) als dezent rassistisch empfinde? Und wieso wurde die weiße Variante dann nicht nach einer bekannten weißen Tragödienfigur benannt? Oder wenigstens Desdemona, damit das Ganze so einen touch of english sophistication hätte? Und wieso wurden Mohrenköpfe und Negerküsse verboten, „Othello“-Kekse aber nicht?

Viel ist es, das gerade in meinem Kopf herumschwirrt. Ich werde meine Nickelbrille aufsetzen, mir einen weißen Rauschebart wachsen lassen, einen Buckel machen, die Hände hinter dem Rücken verschränken und summend durch mein Zimmer laufen, um Klarheit zu bekommen. *rundenlaufrundenlaufrundenlauf* (Wieso spricht eigentlich niemand mehr in Sternchen?)

P.S.: Die „Othello“-Kekse schmecken noch nicht mal großartig. Sie sind sehr trocken. Ich empfehle Gebäck mit einem verfänglichen Namen: Granola-Kekse mit Vollmilchschokolade und die wunderbar fantastileckeren Spritzgebäckteile mit Vollmilchschoko und Kokos von Aldi.

„Wir wollen, dass die Kandidaten psychologisch auf ein ganz anderes Level kommen.“ Die Leonard

Die Situation ist folgende: Eigentlich wollte ich überhaupt nicht mehr über Popstars schreiben, weil es wirklich eine sehr müßige Angelegenheit dieses Jahr ist und ich es immer beschämender finde, überhaupt zugeben zu müssen, dass ich es schaue. Popstars hat mittlerweile noch nicht mal diesen Zickentrashfaktor wie GNTM, es langweilt einfach nur. Es gibt keine guten Teilnehmer, die Jury wird durch den Großen D! überschattet und in jeder Vorschau rastet ein anderes Kindergesicht wegen irgendwas emotional aus.

Doch schauen wir Wilma Wahrheit in die Augen: Das Leben ist nun mal kein Ponyhof und irgendwann muss das Fernsehprogramm sich ja auch mal eine Auszeit nehmen. Wir sollten es dabei unterstützen anstatt es mit Ignoranz abzustrafen. Und abgesehen davon habe ich keinen GfK-Kasten in meiner Wohnung, d.h. ob ich schaue oder nicht beeinflusst die Quote sowieso nicht. Also kann ich machen was ich will! Und ja! Ich will es! Wer es nicht will, hat ja immer noch mich. Hier also die Höhepunkte aus knapp eineinhalb Stunden Minderintelligenz: Mehr lesen »

… falls ihr es noch nicht wusstest, aber wir sind scheiße. Unten sehen wir meine Küche. Sie wurde mir von der Vermieterin als Singleküche verkauft.

Küche

Küche, nicht: Bad

Was fällt auf? Die Küche ist eigentlich keine Küche. Sonst hätte sie ihren eigenen Raum. Hat sie aber nicht. Sie klebt in der Ecke zwischen Bad (das hat zum Glück einen eigenen Raum) und dem großen Regal. Was fällt noch auf? Die Dame wäscht nur mit gelben Gummihandschuhen ab (Geständnis!), weil sie Angst um ihre sowieso sehr rauen Hände hat. Sie lagert ihr Besteck in einem pinkfarbenen Blumentopf (ganz rechts), in dem bis zu seinem Tod ihr Kaktus gelebt hat. Sie hat viel Geschirr auf der Spüle stehen, aber keine Sorge: Ist alles frisch abgewischen (zum Zeitpunkt des Fotos jedenfalls).

Was fehlt? Ein Backofen. Warum habe ich keinen Backofen? Lasst mich raten… Weil ich als Single kein Recht dazu habe, mir Plätzchen zu backen? Fantastisch! Ich fordere Gleichberechtigung für Zu-Zweit-Seiende und Singles! Backöfen für jeden!

Einmal abgesehen davon. Wenn Singleküchen keinen Backofen haben, dann frage ich mich wirklich, was man sich unter einer Singlewohnung vorstellen soll. Hat die gar nichts? Kein Schlafzimmer zum Beispiel, weil das braucht man als Allein-Seiender nicht. Oder vielleicht ist es ja ein Hinweis auf die Umgebung. Vielleicht ist das mit Singlewohnungen so wie mit Reihenhäusern: Sie treten nie alleine auf. Wo eine Singlewohnung ist, findet sich mindestens noch eine zweite, denn möglicherweise könnten sich ausgefallene Paarungen ergeben. Heimliche Zuchtexperimente quasi… Unheimlich.

Fazit: Entweder kaufe ich mir einen russischen Bräutigam aus dem Katalog oder ich erfinde einen verstorbenen Mr. Mari oder ich backe mir einen unsichtbaren Freund. Oder nein. Option 3 fällt flach wg. fehlendem substanziellen Gerät.