Intro: Was ist der Nachteil von Hausarbeiten? Man verschwendet zuviel Zeit mit Dingen, die einen minderinteressieren. Andere Steckenpferde werden zurückgedrängt, was häufig dazu führt, dass sie irgendwann wild und unberechenbar an die Oberfläche drängen, Anlaufen nehmen und anschließend mit einem riesigen Satz nach draußen hüpfen. Et voilà! Da mein Steckenpferd das Schreiben ist, passieren mir beim Erstellen von Hausarbeiten dann zum Beispiel solche Texte. Ich bitte darum, über logische Inkonsistenzen, verwirrende Argumentationsführungen etc. hinwegzusehen. Dies ist kein auf Hochglanz polierter Artikel, sondern ein struppiger Mustanghengst, der über die Steppe galoppiert und wenn man sich ihm in den Weg stellt, gerät man möglicherweise unter seine Hufe.
Ich denke, wir müssen unser Bild von der Oberflächlichkeit ändern. Anlass? Mal wieder die gute alte Gaga, die ja eigentlich sehr oberflächlich ist – oder doch nicht? Sie trägt zu viel Make-Up, liebt Fashion und macht Musik, die so anders als die gängigen Charts nicht zu sein scheint. Eigentlich spricht doch alles dafür, dass sie unglaublich hohl ist. Doch denken wir weiter. Leiden wir vielleicht ein Begriffsverwirrung? Ist Oberflächlichkeit nicht gleich Oberflächlichkeit?
1. Der blutleere Typ
Der blutleere Typ ist die Person in unserem Alltag, die wir ohne groß zu überlegen als oberflächlich beschreiben würden. Sie zeichnet sich eigentlich durch nichts aus, wenn man davon absieht, dass sie in einer Welt voller Trends alles richtig macht und wie der harmlose Prototyp der Generation wirkt. Zieht sich gut an, geht feiern, ist manchmal wild, macht eine gute Ausbildung – wunderbar! Man kann sich sogar zehn Minuten mit dem blutleeren Typen unterhalten, aber dann merkt man möglicherweise, dass man über Geschichten aus dem Studium, Unterhaltungen über das andere Geschlecht und Gespräche über Shoppingerlebnisse nicht hinauskommt. Im Leben des blutleeren Typen scheint alles seine Ordnung zu haben. Es gibt einen Timeslot für Uni, einen für Arbeit,einen für Sport, einen für Weggehen, einen für Außergewöhnliches (Arzttermine, Urlaub). Schaut man hinter die hübsche Kulisse, trifft man auf ein großes schwarzes Loch und wenn man nicht aufpasst, fällt man rein. Das bedeutet im übrigen nicht, dass in diesem Loch nicht doch noch etwas Spannendes stecken könnte. Doch die Gefahr, dass man jemals davon erfährt, ist zu gering.
Kurzum: Dort, wo bei jedem anderen vernünftigen Menschen ein Sack voller Grübeleien, nächtelanger Hirnzermarterei und strahlenden Erkenntnissen versteckt ist, findet man beim blutleeren Typen nichts. Diese Menschen sind nicht Außenseiter genug, um langweilig zu sein, aber gleichzeitig zu langweilig, um interessant zu sein. Das, was aus ihrem Mund kommt, lässt sich in etwa so gut vorhersagen wie Schnee am Nordpol. Hier ein paar Beispiele von Dingen, die sie vermutlich nie sagen werden: „Ich habe Angst im Dunkeln.“, „Gestern habe ich die ganze Nacht geheult und es war fantastisch.“, „Wenn mein Nachbar mir noch einmal so ungeniert auf den Arsch schaut, werde ich ihn erschießen.“ Der blutleere Typ sitzt genau in der Mitte zwischen den Extremen Graue Maus und Freak. Die Mitte hat den großen Vorteil, dass es dort nicht wehtut und man dank der Standardabweichung kaum in Gefahr gerät, in eine der Extremkategorien zugeordnet zu werden. Mehr lesen »