Als ich heute die Startseite von Wikipedia aufrief, war ich zuerst erfreut. Ein Check der „In den Nachrichten“-Rubrik brachte keine neuen Naturkatastrophen, gestorben waren auch nur alte Leute und keine jungen und der Artikel des Tages war uninteressant. Doch dann…

Der Schokoladen-Fruchtzwerg pflückt Feigen im Flug und hängt sich anschließend an einen Ast, an welchem er sie verzehrt.

Und ich so: „Alter, der Nachteil von Wikipedia? Jeder kann Scheiß reinschreiben! Schokoladen-Fruchtzwerg! Leck mich fett!“ Neugierig klickte ich auf den Link, weil ich unbedingt wissen wollte, was der Stusserzähler uns sonst noch zum Schokoladenfruchtzwerg zu sagen hat. Vielleicht, dass er mit seinem Bruder, dem Karamellfruchtzwerg, eine inzestiöse Liebesbeziehung hatte und die beiden deshalb aus dem Portfolio der beliebten Kinderfruchtzwergejoghurtzubereitung getreten worden sind?

Nun, ich wurde eines Besseres belehrt. Beim Schokoladen-Fruchtzwerg handelt es sich um eine südamerikanische Fledermausvariante, über die, laut wiki, so gut wie nichts bekannt ist: Weder das Fortpflanzungsverhalten noch der behinderte deutsche Name noch  das Verhalten. Fantastisch! Wenn ich dann so Worte wie „schwanzlos“, „Geschlechtsdimorphismus“, „Fruchtvampire“, „Blattnasen“, „Hasenmaulartige“ und, äh, immer wieder „Schokoladen-Fruchtzwerg“ lese, kommen mir allerdings Zweifel, ob dies nicht doch ein gut getarnter, vorgezogener Dezemberscherz ist. Ich bin fasziniert…

Das war das Wikipedia-Wissen des heutigen Tages.

Gleich kommt ein Foto. Es ist schwer zu erkennen, aber im oberen Bereich befindet sich ein Maschendrahtzaunnetz. Wenn man genau hinschaut, sieht man es vielleicht.

Gesehen? Wenn nicht, appelliere ich an die körpereigene Vorstellungskraft. Dieses Netz trennt den nennenwires „öffentlich zugänglichen“ Teil der Nürnberger Unibibliothek (Schließfächer, Garderobe etc.) von dem Bereich, in dem die fleißigen Studenten, die kein richtiges Zuhause haben, sitzen und lernen. Es ist der einzige Berühungspunkt. Ich stelle mir nun die Frage, wieso es dieses Netz gibt und wen es von wem abhalten soll. Die Schließfachstudenten von den Lernenden? Wohl kaum. Netze dämpfen Lärm, wie er entsteht, wenn Mari ihre Jacke auszieht und ihren überlebensgroßen Survivalbag (= Handtasche) in ein Schließfach knallt, nur marginal. Vielleicht soll es aber auch die Schließfachstudenten vor den Lernenden schützen. Das ist dann ein bisschen wie Klappse. Da werden die Leute ja auch eingesperrt, um die Öffentlichkeit vor ihnen zu schützen. Was das wiederum assoziationstechnisch für die Unibibliothek und Studenten, die kein Zuhause haben, bedeutet – darüber kann man nur spekulieren!

Wieso ist das Netz jetzt also da? Fliegende Bücher? Wurde die Uni verklagt, weil eine schwebende Enzyklopädie über Dienstleistungsmarketing einer jungen Studentin eine stark blutende Platzwunde verpasst hat? Ob das Buch absichtlich (evtl. Tobsuchtsanfall) oder aus Versehen (schusseliger Büchereinräumer) geworfen wurde? Oder vielleicht war es kein Buch, sondern ein Flashmob Lernende-Studenten verachtender Hooligans, die aus dem öffentlichem Schließfachraum an den grün und gelb gestrichenen Rohren in dem Raum nach oben geklettert sind und einer aufstrebenden Führungskraft ein Veilchen verpasst haben?

Man weiß es nicht, man weiß es nicht. Was ich aber weiß: Welt, sei froh, dass ich nie in der Bibliothek arbeite, denn meine Bücherwürfe wegen Wut auf Seminararbeit würden noch nicht mal durch ein Netz aufgefangen werden!

Liebste Lady Gaga,

Zu erst einmal: Danke für alles.

Dann: Dieses Wochenende ist gaaaaanz schlecht.

Das Schreiben einer Seminararbeit belastet mich emotional und zwingt mich zu gesellschaftlich nicht geadelten Verhaltensweisen (Fressattacken, Weinkrämpfe, Hassanfälle und der erfolglose Versuch, einem Spanner auf einer Universitätsbibliothekstoilette eine Falle zu stellen). Kurzum ich bin schrecklich genervt und deprimiert und hatte eigentlich gehofft, dass du, werte Gaga, mir aus diesem Loch helfen wirst. Ich habe deiner neuen CD The Fame Monster sehr entgegengefiebert, nicht, weil ich sie von Anfang an als bloße Ablenkung bzgl. Hausarbeit gesehen habe, sondern weil du, Gaga, es geschafft hast, den Fan ihn mir zu wecken. Das hat zwei Gründe: Zum einen bist du fantastisch und zum zweiten hältst du uns mit neuem Material nicht ewig hin. Das ist fantastisch. Und oh! Ich habe mich in Bad Romance verliebt!

Und jetzt das! Mehr lesen »

Intro: Was ist der Nachteil von Hausarbeiten? Man verschwendet zuviel Zeit mit Dingen, die einen minderinteressieren. Andere Steckenpferde werden zurückgedrängt, was häufig dazu führt, dass sie irgendwann wild und unberechenbar an die Oberfläche drängen, Anlaufen nehmen und anschließend mit einem riesigen Satz nach draußen hüpfen. Et voilà! Da mein Steckenpferd das Schreiben ist, passieren mir beim Erstellen von Hausarbeiten dann zum Beispiel solche Texte. Ich bitte darum, über logische Inkonsistenzen, verwirrende Argumentationsführungen etc. hinwegzusehen. Dies ist kein auf Hochglanz polierter Artikel, sondern ein struppiger Mustanghengst, der über die Steppe galoppiert und wenn man sich ihm in den Weg stellt, gerät man möglicherweise unter seine Hufe.

Ich denke, wir müssen unser Bild von der Oberflächlichkeit ändern. Anlass? Mal wieder die gute alte Gaga, die ja eigentlich sehr oberflächlich ist – oder doch nicht? Sie trägt zu viel Make-Up, liebt Fashion und macht Musik, die so anders als die gängigen Charts nicht zu sein scheint. Eigentlich spricht doch alles dafür, dass sie unglaublich hohl ist. Doch denken wir weiter. Leiden wir vielleicht ein Begriffsverwirrung? Ist Oberflächlichkeit nicht gleich Oberflächlichkeit?

1. Der blutleere Typ

Der blutleere Typ ist die Person in unserem Alltag, die wir ohne groß zu überlegen als oberflächlich beschreiben würden. Sie zeichnet sich eigentlich durch nichts aus, wenn man davon absieht, dass sie in einer Welt voller Trends alles richtig macht und wie der harmlose Prototyp der Generation wirkt. Zieht sich gut an, geht feiern, ist manchmal wild, macht eine gute Ausbildung – wunderbar! Man kann sich sogar zehn Minuten mit dem blutleeren Typen unterhalten, aber dann merkt man möglicherweise, dass man über Geschichten aus dem Studium, Unterhaltungen über das andere Geschlecht und Gespräche über Shoppingerlebnisse nicht hinauskommt. Im Leben des blutleeren Typen scheint alles seine Ordnung zu haben. Es gibt einen Timeslot für Uni, einen für Arbeit,einen für Sport, einen für Weggehen, einen für Außergewöhnliches (Arzttermine, Urlaub). Schaut man hinter die hübsche Kulisse, trifft man auf ein großes schwarzes Loch und wenn man nicht aufpasst, fällt man rein. Das bedeutet im übrigen nicht, dass in diesem Loch nicht doch noch etwas Spannendes stecken könnte. Doch die Gefahr, dass man jemals davon erfährt, ist zu gering.

Kurzum: Dort, wo bei jedem anderen vernünftigen Menschen ein Sack voller Grübeleien, nächtelanger Hirnzermarterei und strahlenden Erkenntnissen versteckt ist, findet man beim blutleeren Typen nichts. Diese Menschen sind nicht Außenseiter genug, um langweilig zu sein, aber gleichzeitig zu langweilig, um interessant zu sein. Das, was aus ihrem Mund kommt, lässt sich in etwa so gut vorhersagen wie Schnee am Nordpol. Hier ein paar Beispiele von Dingen, die sie vermutlich nie sagen werden: „Ich habe Angst im Dunkeln.“, „Gestern habe ich die ganze Nacht geheult und es war fantastisch.“, „Wenn mein Nachbar mir noch einmal so ungeniert auf den Arsch schaut, werde ich ihn erschießen.“ Der blutleere Typ sitzt genau in der Mitte zwischen den Extremen Graue Maus und Freak. Die Mitte hat den großen Vorteil, dass es dort nicht wehtut und man dank der Standardabweichung kaum in Gefahr gerät, in eine der Extremkategorien zugeordnet zu werden. Mehr lesen »

Ja, ich habe es getan. Jahrelang habe ich davon geträumt, Jogginghosen salonfähig zu machen und irgendjemand musste ja damit anfangen. Also kaufte ich eine graue Schlabberhose einer bekannten Sportherstellermarke, weil ich mir dachte, damit sieht es wenigstens nicht ganz so banal und wie frisch vom Sofa gefallen aus. Dann zog ich sie an, steckte sie in meine Pelzstiefelchen* und ging damit auf die Straße bzw. ich rannte. Ich hatte Angst, ich könnte merken, was ich da tat und den Schwanz einziehen. Das ist nicht passiert. Ich war sogar in der Uni damit und habe mich schräg anschauen lassen. Und es hat sich auch gelohnt, diese Hose zu tragen, denn ich musste zur U-Bahn rennen.

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Pelzstiefel und Jogginghose – Halleluja! Fashiongott, erschieße mich! Manchmal bewundere ich doch tatsächlich meinen eigenen Mut…

*Anmerkung: Die Pelzstiefel habe ich mir letzten Winter gekauft. Damals liefen sie unter dem Namen Lyra-Belaqua-Gedächtnisboots und waren ein Tribut an die Heldin des Films „Der goldene Kompass“. Und damals hatte n i e m a n d solche Stiefel. Ich war mir vollauf bewusst, mich ins modische Abseits zu schießen und habe nichts dagegen unternommen. Es war sogar meine pure, boshafte Absicht, weil ich ja gerne die Alternative zu gängigen Trends bin. Was passierte dann? Dieses Jahr sind die Pelz-und-Bommel-Stiefelchen plötzlich wieder modern. What the fuck? Ich versuche meine eigenen Trends zu setzen und dann kommt die Industrie und scheißt mir in den Hauseingang. Da könnte ich jetzt Geschichten erzählen… Macht auch drauf gefasst! Ab nächstem Jahr sind Jogginghosen Trend!

Beyoncé… Wie viele Singles möchte die Frau eigentlich noch auskoppeln? Nun, wenn sie sich nicht dazu entscheiden sollte, eine Deluxe Edition der Deluxe Edition (oder sind wir schon bei der Deluxe Deluxe Edition??) auf den Markt zu werfen, können es so viele nicht mehr werden. „Broken-hearted Girl“ ist der neuste Streich einer der neueren Streiche und für alle, deren Computer Husten kriegen, wenn sie bei Youtube Sachen anschauen wollen, hier die Kurzzusammenfassung:

  • Schöner Mann im Freizeitlook (weiße Leinenhose, hochgekrempelt)
  • Meer (viel Brandung; weiße Schaumkronen; keine Ölpest; keine Algen; keine halbverendeten Walfische und Seevögel; keine leeren Krabbengehäuse)
  • Schwarzweißoptik
  • Tändeleien am Strand
  • Wallende Kleider
  • oh, und Rosenblätter (fallend)!
  • Sonnenuntergang

Liebe Beyoncé, bitte erwarte jetzt nicht, dass ich dieses Video als genrebrechend bezeichne. Eigentlich war schon die Betitelung als „neuer Streich“ falsch, weil so neu ist das nicht. Allerdings gilt das Gleiche für den Song. Hätte man einem durchschnittlichen Song ein überdurchschnittliches Video spendiert – das wäre auch nicht gut gewesen, oder? Das ist ungefähr so, als wenn Beyoncé nicht mit Jay-Z, sondern mit Akon verheiratet wäre. Also insofern hat Beyoncé doch irgendwie alles richtig gemacht, also ist es eigentlich auch in Ordnung, dass es in diesem Blogeintrag eigentlich nur um Durchschnittlichkeit geht.Wie schön, wenn sich Kreise schließen!

(Moment. Gehören diese Strandwälznummern nicht eigentlich zu Mariah Careys Standardrepertoire? Eo!)

Folgender wunderbarer Text ist nichts und niemandem gewidmet, jedenfalls niemand Bestimmten. Er ist eine fiktive Rückschau auf viele falsche Erlebnisse in meinem bisherigen Leben und ich wiederhole: Er richtet sich an niemanden Bestimmtes.  Ich hoffe trotzdem, dass er sein Ziel finden wird. Denkt drüber nach!

Nehmen wir es auseinander wie ein altes Radio. Du redest viel, vor allem viel Bockmist. Du hat zu allem etwas zu sagen, besonders, wenn deine Sätze mit „Ich“ anfangen. Du bist redegewandt, lustig, humorvoll, ein Quell der Freude. Du kennst so viele Menschen und mit jedem einzelnen kannst du ein Gespräch anfangen. Ich vermute, du gehörst zu der Sparte Menschen, die mit jedem können. Das sagt man jedenfalls. „Man“ bedeutet in diesem Fall all die Leute, die nicht da sind, wenn der Vorhang gefallen und die Lichter erloschen sind. Das ist der Moment, wo das Kaninchen aus dem Hut des Zauberers springt, mit dem dezenten Unterschied, dass du Kaninchen eher wie der misshandelte Rest eines Tierversuchs aussieht. Was geht dir durch den Kopf, wenn du hinter dem Rücken der Leute, mit denen du dich vor fünf Minuten noch lieblichst unterhalten hast, auf den Boden spuckst wie ein betrunkener Matrose auf Landgang? Hast du dir schon mal überlegt, wie die Anwesenden, die deinen Spuckebatzen im gedimmten Licht glitzern sehen, über dich denken? Wie dein Verwandlung vom Soziophilen zum Soziopathen auf sie wirkt? Lästern verbindet, ich weiß. Lästern ist dein Mittel, um weitere Motten an dein Licht zu locken, in Gespräche zu verstricken, ihnen deine Wunderbarkeit, deine Redegewandtheit, deinen Humor reinzudrücken und die Kehle runterzuschieben. Und wenn die Motten dann vor lauter ums Licht flattern ermattet auf den Boden fallen und ohmmächtig mit ihren Flügeln zucken, dann spuckst du neben sie und das ganze Spiel fängt von vorne an.

Ich bin mir nicht sicher, ob es dir klar ist. Die Art, wie du dich gibst, dieses Spucken, wenn wir nicht schauen – sie hinterlässt nicht den Eindruck, den du hinterlassen möchtest. Jedes Mal, wenn du deine kleinen Spitzen abschießt, gelbgrünen Schleim aus deinem Mund katapultierst oder eine ohnmächtige Motte zertrittst, bekommt dein wunderbarer Glanz einen schwarzen Fleck. Willst du wissen, wieviel von deinem Glanz mittlerweile noch übrig ist? Hast du geglaubt, du kommst damit davon? Hast du gedacht, wir würden dein Benehmen einfach so schlucken, Blender? Vergiss es. Mehr lesen »

Frauen,

der Mann mit dem Schokocape geht um! Gut. Jetzt haben wir endlich jemanden, den wir schlagen können, wenn wir mal wieder zu viele Kalorien in Form von Kakaomasse, Zucker und Milch ( = Schokolade) zu uns nehmen. Danke, Kellogs! Ich weiß, eure Intention war es eigentlich Kinder zu erschrecken, aber das einzige Erschreckende am propagierten Cerealienprodukt ist der schlechte Geschmack. Trotzdem: Danke. Wir Erwachsenen können eine Menge mit dem Schokocapemann anfangen. Zum Beispiel hassen.

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Aaaaah! Ja, ich muss ehrlich sein: Ich schaue die Kacke immer noch und ich amüsiere mich prächtig dabei. Das einzige Dumme dabei ist, dass der Bildschirm meines neuen Notebooks zu gut ist. Während „Popstars“ auf dem alten heißgeliebten iBook immer eine gewisse nostalgische, weiche Unschärfe hatte, sind die Bilder jetzt gestochen scharf und zwar so gestochen scharf, dass sie aussehen, wie mit der Handkamera abgefilmt. Das wiederum erinnert mich an das schlechte RTL-Nachmittagsprogramm, dass ich bei meiner Schwester und ihrer mickrigen Programmauswahl immer schauen muss. Wo dicke Frauen noch dickere Kinder schlagen und sowas. Jetzt fühle ich mich noch schäbiger, wenn ich meine Lieblingsdokusoap gucke, weil jetzt einfach sowas von gar kein Qualitätsfernsehen mehr darin zu erkennen ist… Man könnte kotzen!

Aber darüber wollte ich gar nicht reden. Eigentlich geht es ja um die diesjährige Lieblingsvokabel von „Popstars“. Ich hatte ja eigentlich erwartet, dass das ewige „seinen Weg machen“ auch dieses Mal wieder eine wichtige Rolle spielen würde, aber ich habe mich getäuscht. Das passiert, auch den besten. Wozu ich mich natürlich zähle.

Und nun, Kumpanen, werde ich die Flasche Sekt entkorken und das Bettlaken von der diesjährigen Vokabel reißen. Es ist:

abliefern!!!!!

Tah-dah! Was hat sich D!, der in Deutschland war, um schnell zehn Jahre zu altern, dabei eigentlich gedacht, als er dieses Wort „abgeliefert“ hat? Überlegen wir doch mal, wo der Ursprung dieses Wortes liegt: Richtig, im Transportwesen. UPS liefert zum Beispiel ab. DHL, Hermes, TNT, Pferdekutschen und haste nich jesehen. Und jetzt überlegen wir mal, was das übertragen auf Popstars bedeutet? Vermutlich nichts. Natürlich bin ich mich sehr wohl darüber bewusst, dass der geliebte D! hier das englische „to deliver“ vergewaltigt, aber man kann nun mal auch nicht jede englische Sprachbesonderheit ins Deutsche übersetzen. Es klingt halt auch mal scheiße, zum Beispiel in diesem Fall. Denn da wird nichts abgeliefert. Nichts Materielles, wie das im Fall der Postdienste so ist. Aber auch sonst nichts, wenn wir ehrlich sind. Was ist das? Gesang? Tanz? Das ist gar nichts… Ich und meine gute Freundin M. wären eine bessere Band, wenn wir Referate im Duett vortragen würden…

Fazit: Die Verfasserin hat mal wieder viel geredet und ist dabei nicht auf den Punkt gekommen. Was lernen wir daraus für ihre zukünftigen Referate? x_X

Freunde der Sonne,

Heute ist Halloween. Halloween ist offiziell kein Feiertag, aber das hindert die Welt nicht daran, ihn als solchen zu zelebrieren. Erlauben wir uns nun, um genau 17:00 Uhr (Mitteleuropäische Zeit), einen Blick in die nahe Zukunft des Abends zu werfen und zu schauen, was die Welt so macht:

  • Junge Menschen unter 16: Sie ziehen durch die Gegend und versuchen, alte Menschen zu überreden, ihnen ihre Schokoladenvorräte aus der Vorkriegszeit zu geben. Hurra! Heute ist Schutzschokoerpressung legal! Wer übrigens nicht spurt (d.h. sich weigert, Schutzschoko zu zahlen), der wird bestraft. Wer darüber hinaus ein eigenes Haus mit Vorgarten, einem der Identität zuordbarem Auto etc. besitzt, hat übrigens verschissen. Attacken mit Eiern, Farben und Schleimzeug im Briefkasten sind möglich. Wer in einem großen anonymen Wohnblock wohnt hat höchstens eine Attacke auf den Briefkasten oder die Klingel zu befürchten. Zum Glück. Hier noch eine Warnung an die jungen Halloweengeister: Dass ihr von der Schokolade der alten Leute Bauchschmerzen bekommen werdet, wisst ihr selbst. Passt aber bitte auf, denn die Alten sind sehr gewieft. Sie schaffen es, meiner Erfahrung nach, in jedes unverfängliche Gespräch Sätze, die mit ihrem baldigen Ende oder dem Krieg zu tun haben, einzuflechten. Das kann unter Umständen zu Depressionen führen.
  • Junge Menschen ab 16 Jahren: Diese Sorte von Leuten macht das, was sie jedes Wochenende macht: Feiern, Trinken, zu schlechter Musik tanzen, sich merkwürdig ulkig benehmen. Gestern Abend war ich seit langem mal wieder Teil einer solchen Bewegung. Ich bin mir immer noch nicht darüber im Klaren, ob ein gutes Buch einen besseren Abend versprochen hätte. Was ich auch noch nicht herausgefunden habe: Wieso sinkt die Qualität der Musik, sobald der Alkoholpegel steigt? Und wer denkt an die Nüchternen (comme moi)? Und wieso existiert der Westerland-Type-of-DJ immer noch und stirbt nicht aus? Um zum Thema zurückzukommen: Für genannten Menschenschlag ist also alles fast so wie jedes Wochenende, aber eben nur FAST. Heute werden sie sich verkleiden. Die Männer werden versuchen, entweder möglichst bescheuert auszusehen, damit niemand ihnen ansieht, dass sie heimlich Spaß haben, oder möglichst blutig und brutal, um nicht aus ihrer Geschlechterrolle zu fallen. Die meisten Mädchen hingegen werden den heutigen Tag dazu missbrauchen, wild zu sein. Sie werden tiefe Ausschnitte tragen, betont erotische Kostümierungen annehmen und all das machen, was sie sich bei Tageslicht nie getrauen werden. Warum? Was ist so besonders an Abenden, dass man verruchter herumlaufen muss als bei Licht? Das ist mir noch nicht so ganz klar geworden. Ich sehe prinzipiell zu jeder Tageszeit perfekt aus, es sei denn, ich befinde mich in meiner Hood. Da kennt mich eh jeder und liebt mich nur für meine inneren Werte und nicht für mein Aussehen.
  • Mari: Hood ist ein gutes Stichwort. Little Me wird diesen bedeutungsschwangeren Abend im Nest verbringen, an einem Referat arbeiten, fest die Augen und Ohren zukneifen, falls nervende Halloweengeistchen vorbeikommen sollten, und dem Idle Warship-Mixtape lauschen, das ich doch jedem gerne ans Herzchen legen möchte. Alleine schon deswegen, weil die von mir überaus geschätzte Sängerin Res (um ihr kongeniales Album zu erwerben, klicken Sie bitte hier; Sie werden nicht enttäuscht sein. Diese Botschaft wurde auf Spam überprüft und als saubere musikästhetische Empfehlung erkannt) ein Teil des Trios ist. Und weil Talib Kweli einer der wenigen Rapper ist, bei denen auch hiphopunbedarftes Little Me ein Ziehen in den Beinen verspürt. Anders als zum Beispiel im Fall von Lil Wayne.
  • Mittelalte Menschen: Sie werden ihre Zeit damit verbringen, entweder ihre verkleidete Brut in Wohngebieten bei der Schutzschokoerpressung zu begleiten, damit die Straßengangs ihnen ihre Beute nicht abjagen. Oder sie werden bangen, dass ihre als Vampirnutten verkleideten Töchter auch ja heile, unschwanger und halbwegs nüchtern zur Sperrstunde wieder zu Hause sind. Oder sie werden sich Sorgen um die Blumen im Vorgarten und den Mercedes-Kombi machen. Oder sie verteilen Schokolade, deren Haltbarkeit noch nicht abgelaufen ist, an die kleine Kackbratzen der Nachbarn und tun dabei, als ob sie sie nicht kennen würden, obwohl sie noch genau wissen, dass Kevin diesen Sommer in die feingestutzte Hecke geschissen hat. Und dass Chantal den hauseigenen Sohn im Gartengeräteschuppen „was Feines“ gezeigt hat.
  • Alte Menschen: Sie werden, wie gesagt, erfreut Schutzschoko zahlen, weil die eigenen Enkel entweder weit weg wohnen oder gar nicht vorhanden sind. Während der Transaktion werden sie vergnügt und faltig lächeln, aber hinter dieser Maskerade lachen sie sich ins Fäustchen und weil sie gerissen sind wie der Teufel persönlich, versuchen sie alles, um Bemerkungen, die mit Tod und Krieg zu tun haben, in ihre Gespräche einzubinden und den kleinen Halloweengeistern Angst einzujagen.

Alles in allem wird es dieses Jahr ein wirklich wunderbares Halloween! Alle sind fröhlich und versorgt. Wie schön! So viel Harmonie! Man könnte kotzen!